Lebensrettende Spende findet ihr neues Zuhause: Ein Defibrillator für Heusenstamm

Aus einer Auszeichnung wird konkrete Lebensrettung: Ein von der Asklepios Klinik Langen gespendeter Defibrillator (AED) steht ab sofort den Bürgerinnen und Bürgern sowie dem Voraus-Helfer-System in Heusenstamm zur Verfügung. Das hochmoderne Gerät fand seinen Platz in den historischen Räumlichkeiten der Pfarrkirche St. Cäcilia.

Von der Auszeichnung zur Spende

Die Geschichte dieses neuen Lebensretters begann bereits im September 2025. Damals wurde das gesamte Voraus-Helfer-System des Kreises Offenbach von der Asklepios Klinik Langen mit dem Preis „Lebensretter des Jahres 2025“ ausgezeichnet. Stellvertretend für die rund 450 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer nahmen Betriebsleiter Christian Schönemann und Christian Siebert, Wachenleiter der NEF-Station Langen, die Ehrung von Dr. Michael Schütz (Chefarzt Anästhesie und Intensivmedizin) und Leonhard Bölke (Pflegerische Leitung Intensivstation) entgegen.

Als besondere Anerkennung für dieses ehrenamtliche Engagement überreichte die Asklepios Klinik Langen dem Eigenbetrieb Rettungsdienst (ERD) im darauffolgenden Dezember einen hochmodernen AED. Bereits bei der symbolischen Übergabe im Beisein von Landrat Oliver Quilling betonte Dr. Michael Schütz die Wichtigkeit solcher Geräte: Ein Herzstillstand könne jeden treffen, auch junge Menschen, beispielsweise wenn eine Infektion den Herzmuskel angreift und zusätzliche körperliche Belastung hinzukommt.

Offizielle Übergabe bei strahlendem Sonnenschein

Am vergangenen Freitag war es nun so weit: Der gespendete Defibrillator wurde an seinen endgültigen Bestimmungsort in Heusenstamm übergeben. Bei strahlendem Sonnenschein überreichten Sebastian Bergold und Greta Mereu, beide Vertreter des Voraus-Helfer-Systems im Team ERD, das Gerät gemeinsam mit Beate Schütz (Projektmanagement) und Ninja Weis (Ambulante Intensivschwester) von der Asklepios Klinik Langen. Entgegengenommen wurde der AED von Heusenstamms Bürgermeister Steffen Ball und Pfarrer Martin Weber.

Ein historischer Standort für modernste Medizin

Der neue Defibrillator hängt ab sofort gut sichtbar im Vorraum der Pfarrkirche St. Cäcilia und ist täglich in der Zeit von 8:00 bis 20:00 Uhr für die Öffentlichkeit frei zugänglich und entnehmbar. Die Standortwahl bildet einen eindrucksvollen Kontrast zwischen Historie und Moderne: Die katholische Pfarrkirche wurde von 1739 bis 1741 als Begräbniskirche des Heusenstammer Zweiges der Grafen von Schönborn erbaut. Geplant vom berühmten Baumeister Johann Balthasar Neumann, gilt sie heute als das bedeutendste barocke Bauwerk in Heusenstamm. An diesem zentralen und stark frequentierten Ort schließt der AED nun eine weitere wichtige Lücke in der Notfallversorgung.

Intelligente Vernetzung mit dem Voraus-Helfer-System

Der neue Defibrillator steht nicht nur zufälligen Ersthelfern zur Verfügung, sondern ist auch fest in die Alarmierungsstrukturen des Rettungsdienstes integriert. Seit 2025 unterstützt die KAT-RETTER App das Voraus-Helfer-System des Kreises Offenbach mit einer besonders intelligenten Funktion: Sollte sich ein AED in der Nähe eines gemeldeten Notfalls befinden, wird gezielt der dritte alarmierte Voraus-Helfer oder die dritte Voraus-Helferin direkt zu diesem Standort geleitet, um das Gerät auf dem Weg zum Patienten mitzunehmen. Durch dieses Vorgehen können im Ernstfall wertvolle Minuten gespart und die Überlebenschancen massiv erhöht werden.

Jeder kann Leben retten

Christian Schönemann, Betriebsleiter des ERD, ermutigt alle Bürgerinnen und Bürger, im Ernstfall nicht zu zögern: Moderne AEDs seien sehr einfach zu bedienen. Sie überprüfen den Herzrhythmus automatisch, geben klare Sprachanweisungen und lösen nur dann einen Schock aus, wenn tatsächlich ein lebensgefährliches Herzflimmern vorliegt. Ein gesundes Herz wird von dem Gerät nicht beeinträchtigt. Der einzige Fehler, den man bei einem plötzlichen Herzstillstand machen kann, ist, gar nichts zu tun.

Der Eigenbetrieb Rettungsdienst bedankt sich ausdrücklich bei der Asklepios Klinik Langen für die großzügige Spende sowie bei der Stadt Heusenstamm und der Kirchengemeinde für die hervorragende Kooperation. Diese Zusammenarbeit, die sich bereits bei gemeinsamen Projekten wie dem ECMO-Transport bewährt hat, macht den Kreis Offenbach wieder ein Stück sicherer.